Marathontraining: Der letzte Longrun

Der winzige gelbe Punkt ist Oli - seht ihr ihn?

Der winzige gelbe Punkt ist Oli – seht ihr ihn?

Wir haben in den letzten Wochen viel erlebt.  Das gesamte Marathontraining ist sehr fordernd, anstrengend und bringt uns unweigerlich an unsere Grenzen, auch wenn man das vor dem Training noch gar nicht so gesehen hatte.

Der letzte Longrun stand diesmal nicht am Sonntag sondern am Samstag auf dem Plan. Eigentlich ist es ja egal, ob man nun die 35 Kilometer am Samstag oder Sonntag rennt, denn 35 Kilometer sind 35 Kilometer!

Ich selbst bin dieses Jahr bereits sieben Läufe mit 30 oder mehr Kilometer gelaufen, nur einer davon war aber 35 Kilometer lang. Beinahe alle Läufe beendete ich mit einer Pace von unter 6 min/km und einem angenehmen ruhigen Puls. Der Lauf heute war nicht anders, aber ab Kilometer 32 kam mir erstmalig der Gedanke, dass wenn ich jetzt noch 10 Kilometer drauflegen müsste, ein Zusammenbruch die Folge sein könnte. Dieses Kopfgespenst war erstmalig und hoffentlich auch einmalig! Ich tippe hier auf eine allgemeine schlechte körperliche Verfassung, die ich beim Marathon hoffentlich nicht haben werde. Mit diesen Gedanken im Kopf war ich froh endlich nach 3:23 Std. die Distanz beendet zu haben.

Nach dem Lauf war ich auch völlig platt und wollte nur noch liegen. Allerdings war dann ein paar Stunden später auch wieder alles vergessen und ich zog mir knapp 2500 Kalorien bei Mc Donalds rein. Das musste einfach sein. Heute, also einen Tag danach, ist von dem Lauf nix mehr zu spüren und mir gehts wieder richtig gut.

Oli hatte es allerdings auf die Spitze getrieben! Er sollte nach Plan 28 Kilometer rennen, entschied sich jedoch für eine Strecke von 36 Kilometer. Der Sinn des Laufes war, wie er meinte, die Bekanntschaft mit dem “Mann mit dem Hammer” zu machen. Hier fragte er mich später, warum ich ihm nichts von seinem Kumpel, dem Sensenmann, erzählt hatte.

Weiter berichtete er, dass er bei Kilometer 17 schon eine leichte Kreislaufschwäche hatte. Hier musste er dann kleine Gehpausen einlegen und diesen Lauf ausschließlich mit dem Kopf steuern. Bei der Hälfte der Strecke hätte er sich eigentlich schon in die Ecke schmeißen können, aufgeben kam jedoch nicht in Frage. Bei Kilometer 19 versagte zu allem Übel auch noch seine Pulsuhr, was das Laufen nach Puls nicht gerade einfacher macht. Nach 27 Kilometern ging auch noch das Trinken aus, was zusätzlich für Unbehagen sorgte. Die letzten Kilometer waren demnach die Hölle und er trudelte nach 3:55 Std. endlich ins Ziel.
Die Schmerzen nach dem Lauf waren gigantisch und jedes Mal, als er vom Sofa aufstehen wollte, fühlte er sich so, als sei der 80 Jahre alt.

Es sieht also so aus, dass wir gestern beide einen schlechten Tag erwischt haben. Das macht aber nix, denn lange Läufe beschränken sich in den letzten drei Wochen auf nur 20 Kilometer, die auch eher kein Problem mehr für uns darstellen.

Insgesamt geht ab jetzt die Kilometerleistung rapide nach unten und wir werden meistens nur noch kleinere Entspannungsläufe genießen.

Jetzt beginnt also sozusagen der angenehmere Teil. Trotzdem lässt sich erkennen, dass der Marathon wohl der härteste Lauf wird…

Sportliche Grüße
Oli & Alex

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