Der nächste Brockenlauf

3 x BrockenlaufIm Jahr 2013, als es mit unserer Wettkampfrennerei begonnen hatte, nahm ich mir meinen ersten Brockenlauf vor. Es war erst mein vierter Wettkampf und ich hatte mir mit diesem Berglauf einiges vorgenommen.

Für den Brockenlauf, und so steht es auf der Brockenlauf-Webseite, sollte man gut trainiert sein um sich dieser Herausforderung zu stellen. Dieser Hinweis steht nicht ohne Grund dort geschrieben, auch wenn man sich zumindest rechnerisch auf der sicheren Seite fühlen könnte.

Für die 26,2 Kilometer hat man ein Zeitfenster von 3:45 Std. Das entspricht einer Pace von 8:35 min/km, also 7 km/h. So gesehen wäre das für viele mehr oder weniger gut zu schaffen. Einzig die Distanz muss bewältigt werden, was man mit ein wenig Training aber gut hinbekommen kann.
Nun wäre es ja nicht der Brocken, wenn da nicht noch die 890 Höhenmeter zu bewältigen wären. Es geht 12,1 Kilometer bergauf und danach 14,1 Kilometer bergab. Es stellt sich also die Frage, wie schnell oder ob man das schaffen kann?

Der Brockenpin

Der Brockenpin

Für meinen ersten Brockenlauf benötigte ich 2:59:41 Std. und war danach total fertig, auch wenn ich mich nicht unbedingt als untrainierten Läufer sah. Es ist doch etwas anderes, wenn man solch eine Strecke erst hoch und dann wieder runter laufen muss. Mit einem normalen Halbmarathon plus 5 Kilometer überhaupt nicht zu vergleichen.

Zwar hatte ich versucht mich vorher schlau zu machen, aber über Bergläufe fand ich nicht so viele Informationen, erst recht nichts über Trainingspläne. Allerdings fand ich einige Tipps von Leuten, die schon Bergläufe oder auch den Brockenlauf hinter sich hatten, aber da kam ich immer nur auf ein Ergebnis: Ich muss viel über Berge laufen. 🙂
Ich habe Glück, denn direkt vor der Tür hab ich den Tuniberg und gerade vom Schlenz aus geht es knapp 500 Meter nur bergauf. Das macht Spaß, vor allem dann, wenn man diesen Teil 10 Mal hoch und runter rennt – in meinem Fall schnell hoch und langsam wieder runter. Je nachdem, wie aggessiv man das angeht, kann das Training ganz schön hart sein.

Nachdem ich den ersten Brockenlauf hinter mir hatte und meine Beine etwa eine Woche an diesen Lauf erinnerten, wusste ich, dass ein Training für diesen Lauf nie gut genug sein wird. Denn: wenn man sich immer besser auf diesen Lauf vorbereitet und auch besser wird, so holt man aus seinem Körper ja immer wieder das Maximum an Power heraus. So gesehen werde ich immer völlig platt und kaputt (aber trotzdem glücklich!) ankommen.

BrockenlaufGenau so war es dann auch nach dem zweiten Brockenlauf und ich konnte hier bereits eine Zielzeit von 2:36:45 Std. erreichen. Damit war ich 23 Minuten schneller, aber trotzdem genau so fertig wie nach dem ersten Lauf. Ich überlegte wieder, wie ich diese Strecke besser meistern könnte und nahm mir noch härtere Läufe vor, jedoch auch etwas weniger Kilometer in den Monaten vor dem Wettkampf.

Brockenlauf 2015Beim dritten Brockenlauf konnte ich wiederholt meine Bestzeit knacken und genoss den Zieleinlauf nach 2:26:23 Std. Mehr als 10 Minuten schneller als beim 2. Brockenlauf und mehr als eine halbe Stunde schneller zum ersten Lauf!

In diesem Zusammenhang könnt ihr auf dem Titelbild übrigens die Urkunde sehen, die mir nach meinem dritten Brockenlauf zugesandt wurde. Danke! Das gibt es nur beim Brockenlauf!

Nun hat das Jahr 2016 begonnen und ich freue mich jetzt schon auf meine 4. Teilnahme beim Brockenlauf. Letztens konnte ich mit einem Blick in die Starterliste feststellen, dass mir dafür bereits die Startnummer 4 zugewiesen wurde! Ist das schön! 🙂 Vielen Dank dafür!

Für dieses Jahr habe ich noch einige Ziele, die ich erreichen möchte. Eines davon ist meinen Rekord beim Brockenlauf zu brechen – und wenn es nur eine Sekunde ist. Neben einigen anderen Wettkämpfen in diesem Jahr werde ich mich vor allem wieder besonders für den Brockenlauf vorbereiten, damit mir das auch gelingt.

Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie ich das in etwa anstelle, möchte ich einmal kurz die letzten drei Monate vor dem letzten Brockenlauf darstellen.

Juni: 206,5 Kilometer
Juli: 224,2 Kilometer
August: 228 Kilometer
4-5 Trainingseinheiten pro Woche, fast immer nach dem gleichen Schema:
Intervall (max. 10km), leichte Einheit (10-15 km), schnelle Einheit (10-15 km), langsamer Dauerlauf (15-25 km)

Wenn ich dann noch ein fünftes Training in die Woche einbaute, schob ich es oft direkt vor den langsamen Dauerlauf und machte daraus einen Lauf mit wechselnden Geschwindigkeiten (Fahrtspiel) und maximal 10 Kilometern. In der Woche vor dem Brockenlauf war ich nur einmal knapp 6 Kilometer unterwegs und das war am Mittwoch, also drei Tage vor dem Wettkampf.

Die Verteilung der Trainingsintensitäten wird vielleicht etwas verwundern, denn viele denken ja immer, dass ich nur mit Vollgas unterwegs bin. Hier betrugen die Tempotrainings gerade einmal 10 % und den größten Anteil belegten Basis- und Fettstoffwechseltraining. Das bedeutet, dass ich insgesamt eher langsam und gemütlich gelaufen war und dadurch auch ausreichend Erholung dazwischen hatte. Ich kann jedenfalls nicht sagen, dass ich mich überlastet hätte, auch wenn wir hier im Süden von Baden Württemberg sehr oft mit den sommerlichen Temperaturen klar kommen mussten.

In diesem Jahr werde ich das Training ganz ähnlich durchführen, auch wenn ich die Intervalle noch etwas anders (also schlimmer) gestalten möchte. Gleichzeitig werde ich das ganze Jahr über weiter den Schwerpunkt auf das Fettstoffwechseltraining legen, um das ganze System weiter zu optimieren. Durch mein Gewicht und meinen immensen Kalorienverbrauch von über 1100 kcal pro Stunde bei einem Brockenpuls von durchschnittlich 161 bpm (so war es beim letzten Mal) habe ich gerade auf den letzten 4-5 Kilometern stark zu kämpfen.
Wie ich schon oft geschrieben habe, bin ich mit etwa 94 kg ein eher schwerer Läufer und stoße gerade in Sachen Kalorienverbrauch auf längeren Strecken immer wieder an meine Energiegrenze.
Beim Halbmarathon haut das gerade noch hin, beim Brockenlauf jedoch nicht mehr. Daher ist es für mich jedes Jahr immer wieder spannend, wie ich möglichst ökonomisch den Berg hoch komme, auch wenn bergab anstrengender ist und mein Puls etwa 10 Schläge mehr auf der Uhr anzeigt. 🙂
Das wiederum liegt daran, dass ich nach dem Gipfel tatsächlich bis an mein Limit gehe.

Ich bin mir sicher, dass viele Hobbysportler sich genau diese Fragen stellen: Wie trainiere ich diesen Lauf? Wie schnell darf ich hochlaufen und wie komme ich wieder runter? Das sind nämlich die Fragen, die mich brennend vor meinem ersten Lauf interessiert hatten und mich jedes Mal wieder beschäftigen. Nun, ich habe in diesem Beitrag mein Training des letzten Jahres kurz dargestellt. Vielleicht ist es ja eine kleine Hilfe, auch wenn ich denke, dass man sich noch besser darauf vorbereiten kann, wenn man den Brockenlauf schon einmal erlebt hat.

Irgendwann ist es für eine bestimmte Strecke ja immer das erste Mal! 🙂
Wer also den Brockenlauf noch nicht erlebt hat und der Meinung ist, dass er das auch schaffen kann, dem würde ich eine Anmeldung über www.brockenlauf.de empfehlen. Es lohnt sich wirklich! Ein so schöner Lauf mit solch einer atemberaubenden Kulisse und immer netten Leuten um einen herum.
Ok, im letzten Jahr konnte man nicht ganz so viel sehen, da wir durch den Nebel gelaufen sind, aber trotzdem war und ist es ein tolles Gefühl über den Gipfel zu laufen mit dem Gedanken im Kopf, dass man soeben den Brocken bezwungen hat und es dann „nur noch“ bergab geht. Für mich einer von vielen schönen Momenten dieses Laufes!

Vielleicht sieht man sich ja beim nächsten Brockenlauf!

Sportliche Grüße
Alex

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