Brockenlauf 2013

Auf unserer Facebook Seite habe ich diesen Bericht schon veröffentlicht. Natürlich darf er hier auch nicht fehlen. Wer ihn also noch nicht kennt, kann ihn mal auf sich wirken lassen.

Wie war das mit dem Brockenlauf?
Ok, verletzungsbedingt war eine wirklich gute Vorbereitung gar nicht möglich. In den letzten 9 Wochen vor dem Lauf konnte ich insgesamt nur 350 km abreißen, was tatsächlich nicht viel ist. Auch Laufen unter ständigem Schmerz im rechten Bein war eigentlich inakzeptabel. Grundsätzlich hätte man in diesem Zustand gar nicht teilnehmen sollen! Aber einige kennen das vielleicht auch: wenn man sich erstmal etwas in den Kopf gesetzt hat…

Der Tag vor dem Lauf:
Abends noch einmal für das gute Gewissen ein paar Nudeln essen und das war’s auch schon. Ich hatte mir vorgenommen, gut ausgeschlafen an den Start zu gehen – was aber irgendwie nicht klappen wollte. Auch wenn es nicht der erste Lauf war – die Aufregung pulsierte durch die Adern.

Der Tag des Laufs:
Schon bei der Ankunft in Ilsenburg sah ich viele Läufer und schon rein optisch war der Anblick “erschreckend”. Es kam mir so vor, als würde dort nur die Elite starten. Egal, dachte ich mir, und nahm noch ein paar Bananen und Getränke zu mir. Die Temperatur war klasse, es sollte an die 28 Grad warm werden, und das mit strahlendem Sonnenschein. Selbst auf dem Brockengipfel sollten es 17 Grad werden.

Auch wenn ich etwa eine Stunde vor dem Startschuss angekommen war und somit eigentlich noch reichlich Zeit hatte, stand ich trotzdem ziemlich plötzlich in der Startaufstellung und nach dem “Brockenlied” war ich auch schon in Bewegung. Ich sagte mir immer wieder, dass ich bloß nicht zu schnell laufen sollte. Man weiß ja, wie brutal der Hirtenstieg sein kann und auch sonst geht der Weg bis dorthin nur bergauf. Ich trieb die Masse also vor mir her und kontrollierte peinlich genau meinen Puls… gefühlt alle 50 Meter!
Die ersten Kilometer vergingen wie im Flug, alles gut – keine Schmerzen, keine Probleme mit dem Bein. Super, dachte ich, so kann es weitergehen.
Nach neun Kilometern war auch schon der Hirtenstieg erreicht und ich fragte mich noch, ob mein Chip für die Zeitmessung überhaupt funktionierte.
In meiner Nähe waren zwei nette Berliner Läufer, die dort tatsächlich hochlaufen wollten.
Kurze Zeit später: nach einem flüchtigen und skeptischen Blick auf meine Pulsuhr entschloss ich mich zu gehen. Wenn ich hier alles verbrenne, dann brech’ ich oben zusammen. Und so wanderte ich die knapp drei Kilometer mit einer gefühlten senkrechten Steigung nach oben.

Oben dann wieder langsam in den Laufschritt versetzt, die “Brockenhexe” getroffen und den Applaus einiger Zuschauer genossen. Ab jetzt ging’s dann 14,1 km nur noch bergab. Hurra…
Bei den Verpflegungsstationen nahm ich mir erstmals richtig Zeit. Ja schon fast gemütlich war der Aufenthalt an den reichhaltig gedeckten Tischen.
Manchmal kamen auch nette Gespräche mit einigen Läufern und Läuferinnen zustande. Eine erzählte mir sogar, dass sie am darauffolgenden Tag noch einen Halbmarathon laufen wollte… ABGEFAHREN!

Ein kurzer Blick auf die Uhr – ja, sieht ganz gut aus, vielleicht könnte ich es noch etwas “rollen” lassen, schließlich ging es ja bergab. Schön einfach…
Die Zeit ins Tal verflog regelrecht, denn plötzlich war schon die Halbmarathondistanz geschafft und es waren nur noch fünf Kilometer zu laufen. Leider merkte ich aber auch, dass mir so langsam der Saft ausging und ich immer langsamer wurde. Und so kam es, dass ich von einigen auf den letzten Kilometern noch überholt wurde.

Die letzten drei Kilometer waren tatsächlich schwer und zogen sich etwas. Ich war platt und hatte keine Kraft mehr um zu Beschleunigen… nur noch ausrollen, dachte ich, das geht. Und dann war der letzte Kilometer erreicht. Durch die Straßen von Ilsenburg, bei allen Kindern, die mir ihre Hände hingestreckt hatten, sollte ich abklatschen – und das tat ich auch bei allen. Das beflügelt, zumal ich vor und hinter mir keinen Läufer gesehen hatte – jedenfalls nicht in unmittelbarer Nähe.

Und da war sie, die letzte Kurve! Ich bog nach links ein und sah die Zeit von 2:59:22 Std auf der Uhr über der Ziellinie. YEAH! Wie irre ist das denn? Meine gesetzte Zielzeit von unter drei Stunden würde ich also wirklich erreichen.

Mit einem wahnsinnigen Abschlusssprint mit Slalomlauf, hochgerissenen Armen und breitem Grinsen bin ich also durchs Ziel – 2:59:41 Std.

Nach keinem Lauf war ich bis jetzt so fertig wie nach diesem. Nichtmal der Testmarathon von 4:30 Std. im letzten Jahr hat mich so gefordert. Und so musste ich, nachdem ich Getränke, einen Button und meine Zeitstatistiken auf einem Zettel bekommen hatte, in die Hocke sinken.

Der eine nette Berliner Läufer vom Hirtenstieg kam dann mit einem Becher Weizen und wir redeten noch etwas über den Lauf. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle!

Ein klasse Lauf! Das muss man mal erlebt haben. Auch die Organisation war absolut spitze!

Auch wenn es für mich der bisher schwerste Lauf war, ich werde ihn wieder laufen.

Gruß an alle Läufer
Alex

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