Freiburger Marathon 2018

Der Freiburger Marathon! Seit 2013 sind wir dabei und auch diesmal sollte es ein schöner und sonniger Wettkampftag werden.

Schon weit vor dem 08.04.2018 zeichnete sich ab, dass es ein sommerlicher Tag werden würde. Das ist natürlich für die Zuschauer ganz hervorragend, für die Läuferinnen und Läufer heißt das, dass sie sich nur gut hydriert und trainiert auf die Reise begeben oder ggf. etwas zurücknehmen sollten. Die, die eine solche Hitze nicht gewohnt sind, müssen genau auf ihren Körper hören. Einen Halbmarathon oder einen Marathon in Freiburg zu laufen ist meistens nicht so einfach. Man trainiert über den Winter bei kühlen Temperaturen und am Wettkampftag sind plötzlich 25°C im Schatten. Nicht nur einmal haben wir das erlebt und immer wieder haben einige mit Erschöpfung, schweren Krämpfen oder anderen Geschehnissen zu kämpfen.

Im Grunde ist das Wetter aber egal, denn das können wir nicht ändern, unseren eigenen Lauf jedoch entsprechend anpassen. Der Spaß hatte wie immer oberste Priorität. Wenn man nebenbei dann noch seine Wunschzeiten erreicht ist es umso besser. Wenn nicht, hatte man wenigstens Freude. 🙂

Als mich Oli am Sonntag in der Früh abholte und äußerte, dass er nicht laufen würde dachte ich, er machte einen Witz! Doch sein Körper fühlte sich nicht gut an und ihm ging es noch schlechter als am Tag zuvor. Sehr schade und für ihn durchaus schlimm, denn er wäre sehr gern mitgelaufen. Es war sein erster Ausfall seit 5 Jahren. Trotz seines angeschlagenen Zustands wollte er uns aber begleiten. Das fanden wir alle toll!

Bereits um 9:30 Uhr erreichten wir das Messegelände und parkten unweit vom Eingang entfernt. Nachdem wir es uns in der Halle gemütlich machten, kamen wir auch alle nach und nach zusammen. Janine zog kurz zuvor noch ein kleines Läufchen durch, da sie einen längeren Trainingslauf auf dem Plan stehen hatte. Sie kombinierte diesen mit dem Halbmarathon, sodass am Ende etwas mehr als drei Stunden auf ihrer Uhr standen und sie so einen letzten längeren Vorbereitungslauf für den Hamburger Marathon abschließen konnte.

Für Moni sollte es der erste Halbmarathon werden und sie versuchte sich in kürzester Zeit so gut wie möglich darauf vorzubereiten. Hauptsache ankommen und Spaß dabei haben, so das Ziel!

Michael wollte einen Teil der Strecke mit Alex und mir laufen, was er auch tat. Nach einem längeren Ausfall war er wieder fit und konnte so wieder durchstarten.

Bine hatte sich für diesen Marathon zum Ziel gesetzt, ihren Rekord von 3:16 Std. zu brechen. Aufgrund einiger Trainingsläufe, die ich mit ihr gelaufen war und feststellte, dass sie mich locker stehen lassen könnte, war ich mir ziemlich sicher, dass sie das auch schafft – trotz der hohen Temperatur. Sie hatte einiges dafür getan und wer sie kennt weiß, dass sie dabei vor allem wenig Rücksicht auf sich selbst nimmt.

Alex wollte diesen Marathon in der Heimat auch einmal laufen. Nach dem tollen Erlebnis in Frankfurt war sie auch sehr schnell bei den Frühbuchern dabei. Und weil ich sie nicht allein laufen lassen wollte, meldete ich mich auch mit an um mit ihr dieses Abenteuer zu erleben. Zudem war es der Test eines Trainingsplans, den sie für diesen Lauf durchgezogen hatte. Dazu später mehr.

Nach unserem Aufenthalt in der Halle machten wir uns pünktlich auf den Weg zum Startbereich.

Draußen spürten wir schnell, dass es ein sehr warmer Lauf werden würde, denn schon ohne Bewegung war es ziemlich warm. So konnten wir uns auf eine schöne aber auch warme Reise einstellen. 🙂

Jeder von uns hat diesen Lauf gut überstanden! Da hatten wir uns alle gut im Griff und erreichten gesund die Zielline! Genau so soll es auch sein. Hier und da vielleicht ein kleines Wehwehchen ist völlig OK und macht auch nichts. Die Belastung ist schließlich bei einem solchen Wettkampf eine andere als bei einem Trainingslauf.

Moni konnte so jedenfalls ihren ersten Halbmarathon mit einer Zeit von 2:33:18 Std. finishen! Wichtig war, dass sie diesen Lauf schafft und nicht aufgibt. Das ist ihr gelungen und so war sie auch zufrieden. Aufgrund der kurzen Trainingszeit und der Hitze war das absolut klasse und sie kann damit durchaus zufrieden und stolz auf sich sein!

Michael setzte sich irgendwann von uns Marathonis ab, zog noch ein wenig die Pace an und flitzte mit 2:12:23 Std. ins Ziel. Da hatte er es am Ende noch einmal etwas krachen lassen und konnte damit schneller einen Whiskey genießen. 🙂

Janine erreichte nach 2:31:01 Std. das Ziel und schloss damit ihren Sonntags-Trainingslauf passend ab. Sie erlebte dabei viel Lustiges auf der Strecke und hatte richtig Spaß.

Bine hämmerte ihren Marathon in einer Zeit von 3:09:36 Std. durch und erreichte so den 1. Platz in ihrer Altersklasse und den 3. Platz der Frauen! Damit hatte sie ihr vorgenommenes Ziel erreicht, auch wenn sie zwischendrin mit leichten Krämpfen in den Waden zu kämpfen hatte. Ich denke, so schlimm wird es nicht gewesen sein, denn sonst hätte sie so schnell nicht weiterlaufen können. Zudem hatte sie sich vorher nicht aufgewärmt, was wohl dann doch ein kleiner Fehler war, wie sie später zugab. Den ersten Teil der Strecke donnerte sie mit einer Pace von 4:18 min/km los, die sie dann aber nicht mehr halten konnte, was auch etwas mit der Hitze zu tun hatte. Die Halbmarathondistanz erreichte sie nach 1:32 Std., was bedeutet, dass sie aus diesem Lauf wieder etwas dazugelernt haben wird. 🙂

Alex und ich konnten den Marathon ebenfalls schön genießen, speziell auf der zweiten Runde hatten wir viel Platz und es gab auch kein Gedränge mehr an den Verpflegungsstationen. 🙂 Mit dem weiter oben genannten minimalistischen Trainingsplan hatte Alex diesen Selbstversuch gestartet und äußerte später, dass der Plan zwar funktioniert, jedoch hatte sie sich in Frankfurt entspannter und besser gefühlt. Nun, das Training war tatsächlich sehr gering. Wäre es nicht so warm gewesen, hätte sie den Marathon vermutlich auch mit 4:30 Std. abschließen können, davon bin ich überzeugt, doch so wurden es eben 4:42:49 Std.! Alex reagiert extrem empfindlich auf höhere Temperaturen und dafür, dass dies so ist, hat sie es ganz hervorragend gemeistert. Wir hatten jedenfalls viel Spaß und zum Schluss auf der Zielgeraden war bei ihr noch so viel Kraft vorhanden, dass wie dieses Stück mit Pace 4 fliegen konnten!

Damit konnte sie wie gewünscht nach dem Zieldurchlauf die “Heimat-Marathonmedaille” in ihren Händen halten!

Hier noch einmal einen Glückwunsch an euch alle! Ich bin echt froh, dass wir alle gesund das Ziel erreicht haben!Anschließend ließen wir den Tag gebührend ausklingen. Wir hatten viel Spaß und wir werden bestimmt auch im nächsten Jahr wieder dabei sein!
Ich hoffe, ihr genießt nun ausreichend die Regeneration…

Die Organisation des neuen Veranstalters sowie die Verpflegung insgesamt war prima. Vor allem die gelegentlichen Wasserduschen waren super. 🙂
Die Verpflegung nach dem Lauf war ebenfalls toll und selbst nach einem Marathon war noch reichlich vorhanden. Danke dafür und weiter so!

Leider gab es bei diesem Wettkampf einen Todesfall. Ein 23-jähriger Halbmarathonläufer kollabierte offensichtlich wenige Hundert Meter vor der Ziellinie und verstarb zwei Tage später im Krankenhaus. Das ist sehr traurig. Den Angehörigen, Bekannten und Freunden gilt unser Mitgefühl! Gerade, wenn man sich auf der gleichen Veranstaltung befand und diesen Vorfall vielleicht auch noch gesehen hatte, wie es sich für einige von uns schon beim letzten Schluchseelauf ereignete, ist man doch schon sehr betroffen. Das macht es für mich beim Schreiben eines kleinen Berichtes wie diesem nicht gerade einfach und ich fühle mich durchaus besser, wenn so etwas nicht passiert.

Dennoch möchte ich mich zu solchen tragischen Ereignissen immer wieder wie folgt äußern: Passt auf euch auf! Hört auf euren Körper und lasst euch ab und zu mal ärztlich checken ob auch alles OK ist.
Jeder sollte seinen Körper und seine Grenzen kennen, bei Wärme entsprechend das Tempo anpassen und eben auch auf Probleme, die einem beim Laufen ereilen können, entsprechend reagieren und nicht ignorieren!
So lassen sich gewisse Risiken stark minimieren. Der Körper gibt nicht umsonst Schmerz- oder andere Signale wenn etwas nicht stimmt.

Und nein, ich halte nichts davon, wie ich es schon oft im Netz gelesen habe, dass man dem Veranstalter eine Mitschuld an solchen Ereignissen geben möchte.
15 Sportlerinnen und Sportler wurden bei diesem Wettkampf wegen Kreislaufproblemen in eine Klinik eingeliefert und mussten behandelt werden.
Bevor ich darüber nachdenke, wem ich die Schuld geben könnte, stelle ich mir oft eher folgende Fragen:
Warum ist das passiert? Haben sie sich zu viel zugetraut? Haben sie die Wärme ignoriert? Waren sie nicht fit oder nicht richtig vorbereitet?

Wer in Freiburg startet sollte sich bewusst sein, dass die Strecke nicht unbedingt zu den einfachsten des Laufkalenders gehört, zudem er für viele nach der “Winterpause” stattfindet. Und speziell für diese Gegend ist es nicht unüblich, dass plötzlich sommerliche Temperaturen auftreten. Ungeachtet dessen, wer sich durch den Winter auf genau diesen Wettkampf vorbereitet, hat auch immer den Nachteil, dass er oft bei kühlen Temperaturen trainieren kann, später dann aber den Wettkampf ggf. bei höheren Temperaturen bestreiten muss. Und genau das sollte auch beachtet werden.
Wie ich auf der Strecke beobachten konnte, liefen einige mit langen Hosen und auch mit langen Oberteilen herum. Das hatte mich schon etwas irritiert.

Dem Körper (extreme) Belastungen zuzumuten, wie es bei einem Halbmarathon und erst recht beim Marathon der Fall ist, ist auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Daher war Olis Entscheidung, mit seinem angeschlagenem Zustand nicht an diesem Lauf teilzunehmen, absolut korrekt.

Alles im Leben hat irgendwelche Risiken oder Gefahren. Es ist tragisch, wenn so etwas passiert und auch sehr traurig. Daher noch einmal meine Bitte an euch alle: Bleibt gesund, damit wir auch in Zukunft weiterhin so viel Spaß und Freude an “unserem” Sport haben können!

Laufen ist gesund, macht aber nicht unsterblich!

Sportliche Grüße
Alex

2

2 Gedanken zu „Freiburger Marathon 2018

  1. Hallo, ich bin an dem jungen Mann auf der Kaiserstuhlstraße vor bei gekommen (er war ja schon versorgt) und beim Schluchseelauf ein stück vor dem Betreffenden.
    Zwei Mal bei Läufen gewesen zu sein, wo sowas passiert – das mach einen schon mulmig.

    Euren Tips kann ich nur zustimmen, möchte sie trotzdem aber ergänzen, ob man den Start nicht 1-2 h vorverlegt (Hannover am gleichen Tag war zB früher) und man müßte die Verpflegungsstellen (wieder?) links und rechts aufbauen. Kann mir vorstellen, dass sonst gerade ehrgeizige ohne Auffrischung durchgelaufen sind.

    Auch mein Mitgefühl dem jungen Mann und seinen Hinterbliebenen!

    • Hallo,

      es ist durchaus nahvollziehbar, wenn man dabei ist bzw. war, es ganz nah miterlebt, dass es da einem mulmig wird. Andererseits dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir uns täglich irgendwelchen Gefahren aussetzen, denen wir uns gar nicht mehr bewusst sind und erst dann wieder präsent sind, wenn etwas passiert und auch dort nah dabei sind – wie bei Straßenverkehrsunfällen zum Beispiel.

      Ich persönlich denke, dass man sich immer dem Lauf anpassen muss, nicht der Lauf dem Läufer. Meine Bestzeiten laufe ich nur bei kühleren Temperaturen, selbst wenn ich es bei Hitze drauf anlegen würde. Das funktioniert nicht, auch wenn ich durchaus in der Lage bin, bei 40°C zu laufen.

      Danke für Deinen Kommentar.
      Gruß
      Alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.