Halbmarathon Freiburg 2015

Freiburger Halbmarathon 2015Ein sehr schöner Tag ging am 29.03.2015 zu Ende, als wir alle wieder gemĂŒtlich auf dem Sofa lagen. So viel Freude und Spaß an einem Tag!

FĂŒr RennkrĂŒmel ein Lauf auf Messers Schneide! Das war es, eindeutig! Aber natĂŒrlich möchte ich euch allen einen möglichst genauen Überblick zum Wettkampf geben, daher hier hĂŒbsch der Reihe nach.

Die Tage vor dem Start waren sehr gemĂŒtlich – kaum Training, viel Erholung. RennkrĂŒmel war sehr gut vorbereitet und ich hatte auch keine große Sorge, dass etwas schief gehen könnte. Dirk konnte verletzungsbedingt zwar nur wenig laufen, war aber zuversichtlich. Janine gehört zu einer Kategorie, die eigentlich immer recht flott unterwegs ist.
Oli war, wie ich selbst auch, im ĂŒblichen Training, wobei ich natĂŒrlich das gesamte Training mit Alex durchlaufen hatte. Somit waren wir also alle fit und bereit fĂŒr den Start.

Ich verfolgte das Wetter beinahe tĂ€glich und sah, dass die Temperatur in den Vorhersagen immer weiter anstieg, desto nĂ€her wir dem Wettkampftag kamen. NĂŒtzlich war das eigentlich auch nur um die Entscheidung der Kleiderwahl zu erleichtern. Am Wettkampftag war es dann aber trotzdem gar nicht so einfach, denn zum einen war es recht kalt, der Wind pfiff uns um die Ohren und leichter Regen kam auch noch dazu. Wir wissen ja alle, dass es nach dem Start warm wird, aber davor war es einfach nur ungemĂŒtlich.

Wir kamen kurz vor 10 Uhr auf dem MessegelĂ€nde an, wo wir uns einen geeigneten Platz suchten um warm zu bleiben. Wir wollten so spĂ€t wie möglich rausgehen, damit wir nicht so lange in der KĂ€lte stehen. Das fĂŒhrte letztendlich dazu, dass wir tatsĂ€chlich den Start des A-Blocks verpassten. So sind wir nach der Abgabe unserer MarathontĂŒten also schnell in die Startaufstellung gelaufen, etwa fĂŒnf Minuten vor dem Start des zweiten Blocks.

Das Warmmachen bestand also nur aus dem Weg von der Messehalle bis zum Startplatz.  Kurz nachdem wir dort standen, waren es auch nur noch ein paar Sekunden, bis der Startschuss ertönte. Wir wĂŒnschten uns alle viel Erfolg und rannten ĂŒber die Startlinie.

Meine Aufmerksamkeit galt RennkrĂŒmel, die mir tapfer immer wieder ihren Puls mitteilte. Die ersten Kilometer waren wir eher etwas gemĂŒtlicher unterwegs, schon allein deshalb, weil wir im totalen Gewusel steckten. Um jedoch nicht zu viel Energie zu verpulvern, ĂŒberholten wir nur selten. Janine wollte ihre Zeit aus dem Vorjahr schlagen und machte sich ein paar Minuten nach dem Start auf dem Weg dies zu erledigen. Dirk entschloss sich kurzfristig mit uns gemeinsam zu laufen, obwohl er zuvor noch eine schnellere Zeit anvisiert hatte.

Mir ging nach drei Kilometern nur eines durch den Kopf, als ich auf die Uhr schaute: Das wird knapp! Der innigste Wunsch von Alex war es die 2 Stunden zu brechen. Ich wusste das, auch wenn sie es sich nie so richtig getraut hatte zu sagen. Manchmal hatte sie es angedeutet, winkte dann aber wieder ab und meinte, dass sie es einfach nur schaffen will.

FĂŒr mich war klar: Wenn wir die ersten 11 Kilometer in einer bestimmten Zeit schaffen wĂŒrden, dann steht den zwei Stunden nichts im Weg. Nun wollte ich natĂŒrlich auch nicht so hart pushen, dass sie wĂ€hrend den letzten fĂŒnf Kilometer zusammenbricht. PrimĂ€res Ziel war demnach lieber mit einem LĂ€cheln ins Ziel als auf einer Trage.

Und so kam es, dass uns nach 10 Kilometern knapp sechs Minuten fehlten.  Ich sagte  ihr das natĂŒrlich nicht und versuchte stattdessen, sie weiter zu motivieren. Mir blieb eigentlich nur zu Ă€ußern, dass es ab dem 11. Kilometer bergab geht. Außerdem sagte ich noch, dass sie den ganzen Abend darĂŒber nachdenken könne, wie schön es war hier gelaufen zu sein. In diesem Augenblick war meine Aussage wohl etwas fehl am Platz, denn ich dachte schon, sie wĂŒrde mich hauen und sie fragte noch, ob das alles ist, was ich an Motivation fĂŒr sie ĂŒbrig hĂ€tte.

Kurz nach dem 11. Kilometer bekam Dirk Schmerzen und hinkte leicht neben mir her. Es sah nicht gut aus, aber er wollte weiter laufen und schleppte sich auch so bis ins Ziel durch.
Ich sagte zu Alex, dass wir jetzt schon dem Ziel entgegenlaufen, denn wir haben nur noch 10 Kilometer! Und zudem kommt auch nun der schönste Streckenabschnitt: durch die Stadt. Und tatsĂ€chlich jedes Mal, wenn wir vom Streckenrand angefeuert wurden, konnte sie noch beschleunigen! Es standen einige Freunde und Bekannte am Streckenrand um uns anzufeuern. Wer schon einen Wettkampf gelaufen ist weiß wie schön es ist, wenn einem mit Zurufen ein Extraboost verpasst wird. Man vergisst einfach alles – vor allem den Puls!

So war das auch bei Alex, denn sie bewegte sich nach dem 13. Kilometer schon nahe am Limit. Es war fĂŒr mich nicht immer leicht festzustellen, ob sie tatsĂ€chlich schon platt ist oder nicht. Denn bei ihr ist der schmale Grad zwischen “es geht noch” und “es geht gar nix mehr” tatsĂ€chlich sehr schmal! Aber sie hatte noch genug Saft im Körper und so zog ich langsam immer mehr die Geschwindigkeit an. Die letzten drei Kilometer waren dann wirklich Kampfmodus!

Die letzten zwei Kurven und wir sahen das Ziel. Und selbst da legte sie noch einmal ordentlich drauf und rannte die Zielgerade mit Volldampf! Das kam so plötzlich, dass wir anderen kurzzeitig verwirrt waren und MĂŒhe hatten dran zu bleiben.

Sie war ĂŒberglĂŒcklich es geschafft zu haben und empfing ihre verdiente Medaille!

In der “Empfangshalle”, wo es dann etwas zu Essen und Trinken gab war es so voll, dass wir gleich zur Chipabgabe gegangen sind. Allerdings konnten wir uns noch ein alkoholfreies Weizen abholen, an dem Tisch war nicht so viel los. Danach haben wir unsere MarathontĂŒte wieder abgeholt und wechselten die Klamotten.

Im Anschluss trafen wir uns alle wieder am Treffpunkt und lĂŒmmelten uns auf den Boden. Dirk, Oli und ich gönnten uns auf den gelungenen Lauf unseren Zaubertrank, wobei das Zeug wie Dynamit ins Hirn schoss.

Es war ein klasse Lauf! Das Wetter war bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und die AtmosphÀre war super!

Ergebnisse: Janine schlug ihre HM-Zeit vom letzten Jahr mit 1:49:24 Std. Ich finde, es ist ein prima Ergebnis, auch wenn sie anfangs im GetĂŒmmel steckte und nicht richtig durchkam. Oli, Alex, Dirk und ich sind im Sekundenabstand von 2:04:14 bis 2:04:20 Std. ins Ziel gelaufen.

 

Freiburger Halbmarathon 2015@RennkrĂŒmel:
Es war DEIN Lauf, DEIN Projekt! Du hast das mit vollem Einsatz und in meinen Augen perfekt gemacht. Auch wenn Du die gewĂŒnschte Zielzeit mit lĂ€cherlichen 4 Minuten verpasst hast, hast Du deinen bisherigen Rekord um 22 Minuten verbessert.
Ehrlich gesagt war ich mir nicht hunderprozentig sicher, wie weit ich gehen kann, um Dich die gesamte Distanz am Limit durchzujagen. Daher hatte ich mich in der ersten HĂ€lfte fĂŒr die etwas sanftere Variante entschieden, um einfach kein Risiko einzugehen – auch wenn Du das vielleicht nicht unbedingt als sanfte Variante erkennen konntest. 🙂

Der nÀchste Halbmarathon kommt, und bis dahin lÀufst Du ihn locker unter 2 Stunden!

 

Freiburger Halbmarathon 2015Freiburger Halbmarathon 2015@Steffi und Julia:
Vielen Dank fĂŒr die UnterstĂŒtzung und die vielen Bilder! Wie schon letztes Jahr perfekt getroffen!
Schön, dass ihr dabei wart!

 

@Zuschauer, Fans, Freunde und Bekannte:
Bei dem Wetter habt ihr eine tolle Ausdauer bewiesen und uns immer wieder gepusht! Danke dafĂŒr! Schöne GrĂŒĂŸe an Gabi, Loan, Alexandra S., Jessy und Levi.

Bis zum nÀchsten Wettkampf!

Sportliche GrĂŒĂŸe
Alex

Ein Gedanke zu „Halbmarathon Freiburg 2015

  1. Das Gestern ist Geschichte,
    das Morgen ist ein RĂ€tsel,
    das Heute ist ein Geschenk!

    Danke, dass ich ein Teil dieses Teams sein durfte und dieses wahnsinnige GefĂŒhl nach 21,1km mit euch gemeinsam ĂŒber die Ziellinie zu laufen, erleben konnte!!!

    D A N K E!!!!!

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