Schluchseelauf 2015

Schluchseelauf 2015Es war unser erster Schluchseelauf bei sehr gutem Wetter! Viel Sonne, gute Laune… das musste einfach ein guter Tag werden!

Letztes Jahr war es sehr k√ľhl, diesmal waren es bei der Ankunft beim Schluchsee aber schon etwa 13¬įC und nach Regen sah es √ľberhaupt nicht¬†aus.¬†Wie sch√∂n!

Auf dem Festgel√§nde merkte man gleich, dass es etwas anders war, denn √ľberall tummelten sich die L√§uferinnen und L√§ufer in der Sonne anstatt in der Halle.
Janine musste sich noch nachmelden, was schnell und unkompliziert funktionierte. Oli und ich holten unsere Startnummern aus dem unteren Zelt ab und zusammen zogen wir uns erstmal in die Halle zur√ľck um die Nummern und Chips zu befestigen.

Während wir auf den Start um 10:10 Uhr warteten, trafen wir wie vereinbart Torsten. Zuletzt hatte ich ihn beim Brockenlauf 2014 getroffen, diesmal wollte er auch während eines kleinen Urlaubs den Schluchseelauf erleben.

Wie wir starteten, also in welchem Block, stand lange nicht fest. Letztendlich startete Janine im zweiten Block und Oli, Torsten und ich im Dritten. Der Hintergrund war, dass ich versuchen wollte sie einzuholen.

Die Temperatur war zum Start noch angenehm, doch wurde es im Laufe des Rennens immer w√§rmer. F√ľr mich war die W√§rme dieses Mal einfach zu viel, obwohl mir Hitzel√§ufe eigentlich nichts ausmachen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich nicht zu Hundert Prozent fit f√ľhlte und nach etwa 11 Kilometern feststellen musste, dass ich einfach nicht meine gewohnte Power hatte. Torsten rannte dann immer wieder etliche Meter vor mir rum und immer wenn er sich mal umdrehte, versuchte ich ihm zu signalisieren, dass ich nicht schneller kann.
Ich hatte auf den letzten drei Kilometern das Gef√ľhl, mir w√ľrde der Kopf platzen und kippte mir bei den Verpflegungsstellen immer wieder Wasser √ľber das Hitzesystem. Es half aber nichts mehr. Dennoch¬†waren wir gerade im letzten Drittel mit einer Pace von 4:30 bis 4:45 min/km unterwegs. Normalerweise geht da noch etwas mehr, aber bei mir diesmal nicht.

Dabei dachte ich an Oli, der bestimmt gar nicht ganz so weit weg hinter uns sein musste.

Hier mal sein kurzes Statement nach dem Lauf:
“Also alles in allem war es ein sch√∂ner Lauf; ich dachte mir, dass wenn ich die ersten 7 km gut schaffe, dann wird alles gut. Den Berg hoch war dann doch schon etwas anstrengend und beim ganzen Lauf habe ich irgendwie Bananen vermisst; aber dann kamen die 10 km, ich hatte erst 54 min auf der Uhr und dachte: na das sieht doch noch gut aus.
Den Berg runter ging es auch gut, bis dann die Sonne kam Рdie hat etwas Zeit gekostet. Aber dennoch rechnete ich mir dauernd aus, dass ich die 1:40 Std. schaffen könnte.
Doch gef√ľhlt waren die letzten 5 km 8 km lang und beim letzten starken Anstieg musste ich schon k√§mpfen und bin auch 10 m gegangen.
Danach wollte ich nur noch durchs Ziel.”

Er hatte also etwas k√§mpfen m√ľssen. Zugegeben, der letzte Anstieg ist schon brutal, auch ich bin da ziemlich eingeknickt, w√§hrend Torsten wie ein Irrer hochgefetzt ist. F√ľr mich war es der schlimmste H√ľgel des ganzen Rennens, denn als ich oben war dachte ich, mir platzen die Oberschenkel. Aufgrund der Tatsache, dass ich vorher schon am Anschlag war, hatte dieser H√ľgel mir zus√§tzlich¬†den Hammer gegeben. Das anschlie√üende Teilst√ľck bergab f√ľhlte sich sehr seltsam an – ich dachte, ich laufe gar nicht mehr richtig rund.

Ich versuchte dann noch die letzte Energie herauszudr√ľcken, aber ich war fertig. Sogar ein P√§rchen, welches ich kurz zuvor noch √ľberholt hatte, zog auf den letzten Metern noch m√ľhelos an mir vorbei. Mein Einbruch war also schlimmer als gedacht oder sie hatten noch Reserven. Ich hatte jedenfalls keine mehr.

Aber wo war eigentlich Janine? Ich war mir fast sicher, dass ich sie einholen w√ľrde. Das war wohl Wunschdenken, denn sie wartete bereits im Ziel.

Nach dem Rennen beruhigte sich mein K√∂rper wie gewohnt recht schnell vom hohen Drehzahlbereich und wir trafen uns alle im Zielbereich. Es war gerade hier ein ganz sch√∂nes Get√ľmmel¬†und richtig was los, aber die Medaillen hatten wir sofort bekommen. Nachdem wir uns mit Getr√§nken und kleinen Kohlenhydratriegeln wieder etwas gest√§rkt hatten, wechselten wir die Klamotten und hangen noch etwas auf dem Gel√§nde ab, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Der Schluchseelauf ist eigentlich ein sch√∂ner Lauf zum Genie√üen, vor allem bei diesem Wetter. Organisatorisch war er klasse, auch wenn – wie Oli auch schon anmerkte – vielleicht kleine Bananenh√§ppchen bei den Verpflegungsstellen sch√∂n gewesen w√§ren. So etwas merkt man aber auch nur, wenn man mit einem entsprechenden Kalorienverbrauch unterwegs ist. Denn Oli und ich befinden uns mit etwa je¬†95 Kilogramm Gewicht etwas √ľber der Norm – da braucht man schon mal etwas Energie zwischendurch, wenn man sich¬†am Limit bewegt.

Dennoch waren wir ganz gut unterwegs. Oli war 17 Sekunden schneller als 2014, womit er sein Ziel f√ľr diesen Lauf mit 1:43:19 Std. erreichte. Janine hatte nur eins im Kopf: sich nicht von mir √ľberholen lassen. Wir starteten mit einem Abstand von 4 Minuten und aufgrund dieser Differenz und ihrer Pace musste sie sich keine Gedanken machen, denn sie war am Ende noch etwa 2:30 Minuten vorn und lief mit 1:30:30 Std. ins Ziel.
Torsten erreichte 1:28:24 Std. und wäre ohne mich als Bremsklotz wahrscheinlich noch schneller gewesen, denn er beschleunigte erst auf dem letzten Kilometer.
Tja, ich selbst habe auch mein Ziel erreicht, denn ich wollte unter 1:30 Std. laufen, weil ich 2014 dieses Ziel um nur 5 Sekunden verpasst hatte. So war ich mit 1:29:03 Std. sogar 1:02 Minuten schneller.

Wir alle haben eine gute Leistung abgeliefert!

Sportliche Gr√ľ√üe
Alex

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