Alex: Meine Marathonvorbereitung 2014

Marathon ich komme!Wenn man sich vornimmt einen Marathon-Wettkampf laufen zu wollen, ploppen unweigerlich verschiedene Fragen im Kopf auf. Einige davon beschäftigen einen etwas länger, die anderen weniger.

Wahrscheinlich sind das die Fragen, die man sich generell stellt, wenn man einen Marathon laufen möchte. Daher kam mir in den Sinn, diese Gedanken hier zu nennen.

Warum laufe ich den Marathon?
Der Weg zum Marathon erfordert viel Kraft, Ausdauer, Disziplin und vor allem Zeit. Mir geht es nat√ľrlich um den Spa√ü, die Freude, die ich bei langen L√§ufen empfinde. F√ľr mich gibt es nichts sch√∂neres, meinen K√∂rper bis an die Grenzen des Machbaren zu bringen – vor allem das Gef√ľhl danach ist unbeschreiblich gut! Darum geht auch kein Weg am Marathon vorbei, schon allein deshalb nicht, weil ein Marathon nicht einfach ein doppelter Halbmarathon ist. Hier ist die Herausforderung viel h√§rter. “Leider” geh√∂re ich nicht zu der Sorte, die mit dem L√§ufer-Gen ausgestattet wurde, d. h. f√ľr mich ist es sehr harte Arbeit, √ľberhaupt unter die magischen vier Stunden zu kommen. Ich bin auch realistisch genug um √§u√üern zu k√∂nnen, dass ich es wohl niemals schaffen werde √ľberhaupt in die N√§he von drei Stunden zu kommen. F√ľr mich ist es ein Kampf gegen mich selbst, gegen die Uhr, gegen den Schweinehund – gegen die Schmerzen, die wahrscheinlich irgendwann gegen Ende des Marathons auf mich zukommen werden. Es h√∂rt sich komisch an, aber: Ich brauch das und kann gar nicht anders!

Kann ich das schaffen?
Da ich bereits schon 2012 einen Testlauf absolviert habe, stellt sich mir die Frage eigentlich nicht. Damals war meine l√§ngste gelaufene Strecke knapp 25 km lang. Dann kam mir der Gedanke ohne spezielles Training die 42 Kilometer zu laufen, nur um zu sehen, ob es knappt. Es hat mit einer Zeit von knapp √ľber 4:30 Std. geklappt, auch wenn die letzten Kilometer schon verdammt hart waren.
Diesmal nutze ich einen Trainingsplan und habe im Jahr 2013 eine Menge Kilometer abgewetzt. Somit sollte die Laufhärte vorhanden sein.

Welchen Trainingsplan?
Die Wahl eines passenden Trainingsplans ist gar nicht so einfach. Ich habe hierzu viel im Internet und B√ľchern gelesen und wurde dadurch manchmal auch ziemlich verwirrt. Welche Zeit w√ľrde ich denn gern erreichen? Ich setzte mir zuerst einmal die magische 4-Stunden-Grenze und schaute mir dazu einige passende Trainingspl√§ne an. Hierbei bemerkte ich, dass mir der 4-Stunden-Plan f√ľr meinen Leistungsstand “zu leicht” erschien und nahm mir den n√§chsten vor. Aber auch dieser war irgendwie keine Herausforderung, alle dort notierten Trainingseinheiten h√§tte ich locker absolviert.
So landete ich beim Marathonplan f√ľr 3:30 Std. Jetzt schaute ich mir hier die einzelnen Tage genau an und pr√ľfte die h√§rtesten Einheiten – die Intervalle. Die dort geschriebenen Zeiten sollte ich auf jeden Fall schaffen.

Ich war der Meinung, dass mich das Training auch ruhig etwas mehr fordern darf. Ein Training sollte doch auch trainieren und nicht nur die Leistung erhalten. Ohne den K√∂rper entsprechend zu reizen gibt’s keine Steigerung. NO PAIN – NO GAIN!
Ich stellte mich also der Herausforderung und nahm damit in Kauf, dass ich anstatt 4 Tage nun 5 Tage in der Woche trainieren musste.

Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung was es letztendlich bedeuten w√ľrde, als ich diesen Plan im Kalender speicherte. Eines hatte ich n√§mlich komplett vergessen zu beachten: Die Belastung insgesamt, wenn man fast t√§glich in die Schuhe steigt!

Heute, kurz vor Ende des Trainings stelle ich mir die Frage, ob es tatsächlich der richtige Plan war, aber diese Antwort werde ich erst nach dem Marathon beantworten können.

Ich bin zu schwer!
Bevor ich √ľberhaupt mit dem Training begann, nahm ich mir zus√§tzlich vor noch etwas Gewicht zu verbrennen. Die Zeit war knapp, aber ich setzte mir dennoch das Ziel, maximal zehn Kilogramm bis zum Marathon wegzulaufen. Hierf√ľr rannte ich im Monat vor dem Trainingsstart etwa 300 Kilometer ausschlie√ülich in der Fettverbrennungszone und verlor dadurch knapp 2 kg. Hier sei erw√§hnt, dass aufgrund der Weihnachtszeit nicht mehr m√∂glich war. Es ist schon erstaunlich, dass ich √ľberhaupt abnehmen konnte, denn das kostete oft viel Willenskraft wenn es st√§ndig so lecker duftet.
In den zwei darauf folgenden Trainingsmonaten habe ich es dann geschafft, weitere 5 kg zu verlieren, was jedoch ebenfalls unheimlich schwierig war.
Denn ein Gleichgewicht zwischen Energiebereitstellung und gleichzeitigem Kaloriendefizit herzustellen, erwies sich als besondere Herausforderung. Laut meiner Waage verlor ich jedoch hauptsächlich Fettmasse und kann somit zumindest hier einen großen Erfolg verzeichnen. Das schönste daran ist eigentlich, dass ich nicht meine Ernährung umgestellt habe, sondern nur darauf geachtet habe unter meinem täglichen Kalorienverbrauch zu bleiben Рmehr nicht. Ich habe also auf nichts verzichtet.
Eigentlich war das auch ziemlich simpel, denn pro Woche verbrannte ich etwa 6000 kcal nur durch die Laufeinheiten.

Weiterhin hatte ich mir w√§hrend des gesamten Trainings vorgenommen auf jede Art von Alkohol zu verzichten – nicht einen Tropfen habe ich mir aus meinen Whiskeyflaschen geg√∂nnt, auch wenn ich manchmal schon gro√üe Lust dazu hatte, speziell nach den Longruns, wenn man am Abend entspannt und gl√ľcklich auf dem Sofa liegt.

Die Frage, die mich √ľbrigens am l√§ngsten besch√§ftigt ist die Einteilung beim Marathon. Wann laufe ich wie schnell? Das kann ich jedoch noch nicht genau beantworten und wird mich wohl weiterhin etwas besch√§ftigen. Vor allem spielt das Wetter eine entscheidene Rolle.

Wie dem auch sei, es sind noch knapp zwei Wochen bis zum Wettkampftag. Die langen L√§ufe am Wochenende sind vorr√ľber und es geht langsam in die Erholungsphase.
Und ganz ehrlich: Das wird auch langsam Zeit!

Sportliche Gr√ľ√üe
Alex

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