
Am 22. November 2025 sollte es tatsächlich soweit sein: Mehrfach sollte es auf der Rennstrecke Hockenheim im Kreis laufen… im wahrsten Sinne!
Ich selbst war schon seit den kurzen Wettkämpfen auf dem Hockenheim fasziniert von diesem Erlebnis auf der Strecke. Die Läufe in Hockenheim waren schon immer anders als andere Wettkämpfe, auch wenn da natürlich nicht so viel los ist wie bei einem Motorsportevent. Seit Jahren schon wollte ich hier mal den Marathon laufen, aber erst jetzt war es soweit. Kurz vor Ablauf der Meldefrist meldete ich mich an, sodass ich noch eine persönliche Startnummer bekommen sollte. Oli sagte ich dann noch Bescheid, dass ich mich angemeldet habe und er war dann für die HM-Distanz dabei. Er setzte sich in den Kopf, seinen Rekord anzugreifen, wie er später sagte.

Für mich war klar, meinen Rekord werde ich nicht brechen können. Dazu war ich viel zu schlecht vorbereitet. Ich zumindest kann keinen Marathon unter Pace 5 laufen ohne das wirklich drauf anzulegen. Und das hatte ich diesmal auch nicht. Nach dem Brockenlauf im September hatte ich mir aber dennoch einen kleinen Plan zurechtgelegt, den ich einfach zum Spaß mal durchziehen wollte. Wie könnte man schnell mit einfachem Training die Laufhärte so aufbauen, dass man einen Marathon ohne Schmerzen und mit maximalem Tempo überstehen könnte. Also versuchte ich es mit einem je einem Halbmarathon am Wochenende bis zum Wettkampf. Das wurden dann 9 Halbmarathon und ein Lauf mit 30 Kilometern. Die meisten davon bin ich zügig gelaufen bis auf zwei. Alles insgesamt relativ locker und gemütlich eigentlich. In der Woche selbst habe ich kaum einen Lauf erlebt, das war mir alles viel zu anstrengend zu der Zeit und zudem war es auch oft so blödes Wetter und dazu auch noch dunkel. Klar, das macht mir sonst nicht so viel aus, aber da meine Motivation eh auf eher knapp unter vier Stunden lag, brauchte ich auch nicht wirklich so viel rennen um das zu erreichen. Soweit kenne ich mich ja.
Also stiegen wir am Samstag um 06:30 Uhr ins Auto, damit wir rechtzeitig auf der Rennstrecke sein würden. Das hatte auch geklappt und desto näher wir kamen, desto kälter wurde es. Die Vorhersage für den Tag war eine Temperatur von -7°, die wir mit erreichen des Rings auch auf dem Auto ablesen konnten. Es war also ganz schön kalt. Nicht schlimm, dachten wir uns und holten zunächst unsere Startnummern ab. Als wir dort den entsprechenden Raum erreicht hatten, sahen wir Eisblumen auf der Tür, was uns etwas skeptisch machte. Als wir dann im Inneren waren, war es klar – es war kalt. Richtig kalt und ohne Heizung. Auch hatten wir noch im Kopf wie schön es beim 10er Wettkampf immer war und erwarteten so etwas auch in der Art. Aber das gab es nicht. Auch waren die Boxengassen nicht so schön mit Bänken usw. ausgestattet. Hmmm. Wir holten also die Nummern ab, stiegen ins Auto und das war dann der Ort der Wärme.

Die Starts von Halbmarathon und Marathon waren versetzt, sodass ich eine Stunde vor Oli starten musste. Dafür musste ich zunächst um die halbe Strecke gehen, wobei ich da einen großen Fehler gemacht habe. Ich bin gegangen und nicht gelaufen. Das hatte zur Folge, dass ich auf dem Weg dorthin völlig ausgekühlt bin. Das merkte ich aber erst am Startpunkt als ich meine Füße nicht mehr spürte und die Arme so kalt waren, dass es schon wirklich unangenehm war. Naja, die Arme waren mir ja egal, aber die Fuße sind da schon etwas blöd so eiskalt. Die Klamotten hatte ich so gewählt, dass es perfekt zum Laufen war und das war auch später dann gut, nur eben am Anfang nicht. Egal, da musste ich nun durch.
Der Start kam und ich durfte endlich loslaufen. Meine Gedanken kreisten um zwei Dinge: Den Puls auf mittlere Last steigen lassen und die Füße müssten warm werden. Es dauerte tatsächlich etwas mehr als zehn Kilometer, bis sie warm waren. Ich war dann auch schön im Flow und konnte ziemlich genau so laufen wie ich mir das dachte. Leider war ich die erste Hälfte etwas zu schnell und habe die Geschwindigkeit dann etwas verringert und jenseits der 30 km ging auch ziemlich schön die Energie flöten. Ob das jetzt an den Gels lag, die ich nicht kannte und mir jede Runde einfach reingedrückt hatte oder ich einfach durch war, keine Ahnung. Ich vermute mal, es lag am minimalistischem Training der ganzen Wochen. War mir alles egal, denn das Ziel würde ich erreichen. Realistisch wie ich bin, tippte ich auf eine Zielzeit von 3:50 Std.
Als ich über die Line lief, stoppte die Zeit bei 3:51:51 Std. und das war wohl auch das Beste, was ich an dem Tag habe erreichen können. Ich war damit voll zufrieden, zumal ich danach noch richtig fit war und das hatte ich schon anders erlebt. Die letzten Marathon waren da schon sehr übel so ohne ausreichend Training. Das sollte mir nicht noch einmal passieren. Und wie ich feststellte, ich kann einfach ein paar Wochen die HM-Distanz laufen und dann einen Marathon starten. Ist doch auch gut zu wissen. Zumindest für knapp 4 Stunden reicht es dann.

Bei Oli lief es ähnlich. Die Kälte war einfach nicht angenehm und er zog die Runden schnell, damit er sein Ziel erreichen würde. Am Ende schrammte er nur knapp an seiner Bestzeit vorbei, denn es fehlten ihm nur 56 Sekunden! Seine Bestzeit war vom Jahr 2019, was zeigt, dass er wohl die Fitness halten konnte. Na wenn das nicht allein schon ein Erfolg ist.
Als ich mich nach dem Zieleinlauf dann verpflegt hatte waren wir uns schnell einig, dass wir den Platz schnell verlassen wollten, denn es gab keine Ecke zum Aufwärmen. So ging es auf der Autobahn zurück zum gemütlichen Eck, in dem wir dann wie gewohnt ein paar Whiskey genossen hatten.

Insgesamt ein erfolgreicher Tag, aber ob wir diesen Lauf jemals wieder laufen würden, das kann ich echt nicht beantworten. Ich vermute eher nein, denn wir hatten zwar mit Sonnenschein echt Glück, aber das Rahmenprogramm war da wirklich sehr dünn. Für diejenigen, die ihre Bestzeit verbessern wollen und eine gute Strecke dafür brauchen, da ist der Lauf echt gut. Aber Ende November ist es eben manchmal sehr kalt.
Sportliche Grüße
Alex