Brockenlauf 2014

Brockenlauf 2014Eigentlich jeder der mich kennt weiß, dass ich heute am 44. Brockenlauf teilgenommen habe. Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, wie ich diesen irre Berglauf erlebt habe, hier ein paar Zeilen dazu.

Die letzten drei Trainingsmonate habe ich knapp 650 Kilometer viel Berglaufen trainiert. Im Vergleich zum letzten Jahr war das fast doppelt so viel. Mein primäres Ziel war die letzte Zeit zu schlagen, nämlich 2:59 Std. Ich war mir aber vor dem Lauf schon sicher, dass ich diese Zeit auf jeden Fall pulverisieren würde. Nicht nur, weil ich mich sehr gut fühlte, sondern weil ich einfach viel mehr gelaufen bin. Läuft alles nach Plan, dann sollte das gut werden. Ach ja, ganz vergessen: 6 kg weniger auf der Waage als beim Brockenlauf 2013!

Der Abend vor dem Lauf war gediegen. Drei Teller voll mit Nudeln und viel Käse – also wie immer eigentlich. Nervös war ich am Abend auch nicht und die Nacht war ruhig, erst als ich um 7:45 Uhr bereit zur Abfahrt stand, wurde ich doch etwas flatterig. Warum? Ich habe keine Ahnung. Es ist ja nicht der erste Lauf, aber dieser ist irgendwie anders.

In Ilsenburg angekommen, hatte ich noch mehr als eine Stunde Zeit um mir die Startunterlagen abzuholen, was auch wieder völlig unkompliziert funktionierte. Es dauerte keine 30 Sekunden, da hatte ich sie schon. Eine riesige Verpflegungsstation war auch wieder vorhanden und da musste ich mir noch eine Banane und Trinken besorgen.
Zur rechten Zeit die Startnummer ans T-Shirt gefriemelt und dann ging es auch schon in die Startaufstellung.

Ich überlegte die ganze Zeit, wie ich den Aufstieg angehen sollte, ohne beim Abstieg auf den letzten Kilometern wieder einzubrechen. Eigentlich ist es völlig simpel: Nur nicht über 160 Puls, dann ist alles gut – besser noch darunter. Wie schnell ich dabei sein würde ist egal. Na dann – Startschuss – und los!

Als ich die ersten 5 Kilometer in etwa 30 Minuten erreichte war mir schon bewusst, dass ich schnell war, zumindest schneller als beim letzten mal. Dann war es auch nicht mehr ganz so weit bis zum Hirtenstieg, der mich sowieso platt machen würde. Das hieß für mich, alles was geht, beim Hirtenstieg kann ich mich dann im Gehen ausruhen. Naja, dass das nicht ganz so klappt war klar, denn da ist der Puls im Gehen höher als im Laufen beim Rest der Strecke. Ob ich es jemals schaffen werde, den Hirtenstieg komplett hoch zu laufen? Wer weiß…
Während ich da so hochgepumpt bin, traf ich einen netten Läufer aus Nürnberg. Es war klasse und auf jeden Fall eine Abwechslung, als sich alleine da hoch zu quälen. Wir stellten dann fest, dass sobald wir oben auf dem Gipfel sind, der erste schon wieder im Ziel ist. Dieser Gedanke war und ist total unglaublich schwer zu begreifen 🙂

Als wir dann oben waren, dauerte es noch mehr als einen Kilometer, bis die zweite Verpflegungsstation kam. Knapp 2 Kilometer später kam dann auch schon die dritte Station mit Getränken. Die Zeiten bergab waren abartig. Den 19. Kilometer schaffte ich sogar mit einer Pace von 3:54 Min. Das sind über 15 km/h – bergab. Allerdings war ich auch leicht in Sorge, dass mir irgendwann die Beine wegbrechen könnten, weil ich so langsam keine Kraft mehr in den Oberschenkeln hatte. Die letzten sanften 5 Kilometer, also die, die nur noch leicht bergab gingen und demnach auch völlig unspektakulär sind, waren eindeutig die schwersten. Da merkte ich den Auf- und Abstieg gleichzeitig im Körper.

An den Seiten wurde nun jeder Kilometer angezeigt und die zogen sich richtig. Beschleunigen konnte ich nicht mehr, der Puls war am Anschlag. Dann kam der letzte Kilometer und ich war glücklich, als ich auf die Zielgerade einbog und die Zeit sah. Kurz vorher konnte ich meinen Augen kaum trauen, als mich Torsten B. vom Streckenrand anfeuerte.

Im Ziel ging es mir erstmal richtig gut. Erst eine Stunde später kam dann der Hammer. Obwohl ich ausreichend getrunken hatte, zog es mir dauernd den Stecker und ich musste mich setzen. Dieser Lauf ist fieser als der Marathon, da war ich nicht so fertig.

Pünktlich zur Abfahrt nach Hause gab es dann einen Wolkenbruch mit üblen Gewitter. Da hatten wir alle noch mal Glück gehabt. Die Temperaturen beim Lauf betrugen übrigens etwa 26°C unten und 17°C auf dem Gipfel.

Und wieder geht ein erfolgreicher Wettkampftag zu Ende.
Zeit: 2:36:45 Std. – 26,2 km – 890 HM

Sportliche Grüße
Alex

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