Leipzig Marathon 2017

Ein Marathon im Frühjahr, mein 1. Triathlon im Sommer und noch ein Marathon im Herbst- so stand es Anfang des Jahres auf meiner persönlichen Zielsetzung für 2017.
Dazwischen natürlich der ein oder andere “kleinere” Wettkampf mit den anderen vom Team, die Läufe vom Markgräfler-Cup, Ladies Run in Ihringen und/ oder Genusslauf Müllheim… Die Auswahl an Läufen ist ja scheinbar unbegrenzt.
Trotzdem: Die drei großen Läufe waren festgeschrieben und in Stein gemeißelt!

Die Frage war nur, wo laufe ich den Frühjahrs-Marathon?
Irgendwann hatten Alex und ich mal darüber gesprochen, dass man ja eine Deutschlandkarte auf die Website setzen könnte, mit kleinen Fähnchen drauf, wo schon ein WRT-Mitglied gestartet ist. Das war eine tolle Idee und somit durchsuchte ich das Netz nach einem für mich, mit Urlaub und Ferien passenden Wettkampf in der Nähe meiner alten Heimat.
So kam ich auf den Leipzig Marathon, der am 9.4.2017 stattfand und auf den Elbe-Marathon, der direkt an der Elbe entlang führt und bei dem Angehörige mit dem Schiff “nebenher” fahren können. Leider passte der Lauf nicht in die Ferien von BW und meine Urlaubsplanung. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!!! Soviel ist sicher … 🙂

Als ich mich für Leipzig anmeldete war es bereits Mitte Februar. Also grundsätzlich noch genug Zeit für ein Marathon-Training. Und so untrainiert ging ich ja auch nicht in das Projekt hinein…
Über meine Polar M400 konnte ich allerdings keinen Trainingsplan mehr programmieren, da die dort hinterlegten Pläne mindestens 16 Wochen gehen – das war zu wenig Zeit.
Also dachte ich mir, ich weiss ja wie es grob funktioniert und welche Einheiten ich jeweils für eine Woche einplanen sollte.
Mhhh… wenn da nur nicht immer der kleine Schweinehund gewesen wäre, hätte das mit dem Planen und Umsetzen sicherlich auch geklappt.
Aber ich konnte mich nur äußerst selten zu einem Intervalltraining oder Tempolauf aufraffen. So wurden aus diesen Einheiten eher normale schnellere Läufe von einer Stunde. Meine langen Läufe dauerten meistens ca. 1:30 Std. und so wirklich langsam waren sie auch nicht, aber zu mindestens langsamer als die anderen Trainingsläufe. 🙂

Im Groben kann man sagen, bin ich in diesen Wochen jeweils um die 75-85km gelaufen und war im Schnitt meistens 6x laufend unterwegs und 1x habe ich das Training aufs Spinning Bike verlegt. Zusätzlich war ich natürlich noch im Schwimmtraining und habe mein Krafttraining und Stabilisationstraining weiterhin gemacht.
Das das Stabi-Training für Läufer, egal welcher Distanz wichtig ist, habe ich nach meinem ersten Marathon in Karlsruhe gemerkt und auch gesehen. Das Video von mir, welches dort von der Strecke gedreht wurde sah aus, als wäre ich in mich zusammengesackt… keine gute Haltung und total verkrampft. Obwohl ich mich damals nicht so fühlte… Daher habe ich dieses Training in meine Wochenplanung eingebaut, dauert jeweils nur 30 min maximal und geht auch ohne Gewichte vor dem Fernseher … 🙂

Der Tag X kam immer näher, in der letzten Woche vor dem Marathon habe ich noch einen Trainingslauf von 24 km durchgezogen, um nochmal meine Schuhe zu testen und damit meine Füße wissen wie sich zumindest mal mehr als 20 km anfühlen.
(Mehr bin ich vorher in der “Vorbereitung” für Leipzig NIE gelaufen, auch war alles über 1:30 Std. wieder ungewohnt.)

Tja und dann ging es los:
Meine Freundin und Lara begleiteten mich nach Leipzig und nachdem ich meine Startunterlagen abgeholt habe, stieg die Nervosität schon ziemlich auf den Höchstpunkt an. Erst da wurde mir wirklich klar, was ich vor hatte… Einen Marathon laufen ohne ein spezielles Training!
Aber gut, es gab kein zurück und das Ziel war mit einem Lächeln ins Ziel zu kommen und Spaß zu haben!

Der Start war um 10 Uhr direkt am “Sportforum Leipzig”, die Strecke führte in zwei Runden durch Leipzig, vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt und durch verschiedene Stadtteile.

Ich wusste, nach der ersten Runde warten Katrin und Lara auf mich, das beflügelte mich und da es sonst nicht oft vorkommt, das ich bei solchen Events Fans an der Strecke habe, freute ich mich umso mehr die beiden zu sehen! Das gab mir auch nochmal Power für die zweite Runde.
In der ersten Runde schien die Sonne schon super toll und es war schon gut warm. Unterwegs lernte ich zwei Läufer kennen, die ein schönes Tempo hatten wo ich mich dranhängen konnte. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass die beiden aus Karlsruhe kamen! Leider verloren wir uns an einem Getränkestand, die beiden hatten sich als Ziel 4:00 Std. gesetzt und wie ich danach im Ziel erfuhr, haben sie das auch geschafft!
Falls sie es lesen: Liebe Grüße an Carmen und ihren Mann und wir sehen uns beim Baden-Marathon in KA!

Die zweite Runde lief anfangs auch ganz gut. Jeder, der schon einmal einen Wettkampf gelaufen ist, der über mehrere Runden aufgeteilt ist, weiss sicher das es kopfmäßig schon anstrengend ist, wenn man die Strecke die auf einen zukommt quasi schon mal gesehen hat. So ging es mir… Ich wusste, was noch auf mich zu kommt und so zog sich die Strecke wie Kaugummi dahin. Es waren auch nicht mehr so viele Läufer wie in der ersten Runde gebündelt unterwegs, oft hatte ich das Gefühl allein zu sein.

Ab km 32 fingen dann meine Beine an zu schmerzen … erst rechts, dann links und es waren noch 10km die vor mir lagen. Am nächsten Getränkestand habe ich dann, um die Krämpfe noch etwas abzuwenden “Schweden-Tabletten” genommen und mit Wasser im Mund aufgelöst. Leider zu spät, denn es war nur kurzfristig eine Besserung zu spüren. Ab km 35 habe ich dann wirklich gelitten und mich ins Ziel gesehnt. Immer öfter musste ich kleine Gehpausen einlegen und hangelte mich von Getränkestand zu Getränkestand. So hatte ich immer ein kleines Ziel – bis zum nächsten Wasserstand laufen, kurze Gehpause und wieder weiter. Das brachte mich über die letzten Kilometer, auch freute ich mich auf eine mega geniale Metal-Band die bei KM 39 wieder an der Straße stand und mich schon in der ersten Runde pushte…

Der Zieleinlauf am Sport-Forum, durch die viele, vielen Zuschauer, die den letzten Kilometer an der Straße standen und uns Läufer anfeuerten, war einfach genial und auf den letzten Metern sah ich meine beiden Fans und alle Schmerzen waren vergessen – ein Lächeln und über die Ziellinie in 4:19 Std!
Gott sei Dank… endlich stehenbleiben, endlich die Medaille, endlich was Kühles trinken und freuen … UNBESCHREIBLICH!!!
Aber das mit dem Stehenbleiben war nicht so einfach, mir tat alles weh … meine Beine fühlten sich an wie Gummi, mein Magen kribbelte, ich war total aufgedreht, hibbelig und so voll Adrenalin. Lara und Katrin hatten es schwer mich an einem Platz zu halten, damit ich runterfahren konnte, ich konnte nicht einfach nur dastehen … 🙂

Nachdem ich meine Sachen abgeholt und mich geduscht hatte, suchten wir uns noch einen sonnigen Platz und ließen den Nachmittag in Leipzig ausklingen, bevor wir nach hause zu Katrin fuhren.

Zum Lauf bzw. zur Organisation in Leipzig kann ich als Fazit sagen:
Es war alles relativ gut organsiert. Leider war alles örtlich etwas auseinandergezogen und die Wege zwischen Start/ Ziel, Duschen und Meldebüro recht weitläufig.
Auch die Sport-Messe war sehr klein gehalten, was mich wunderte. Aber vielleicht gab es auch noch an einem anderen Standort ein paar Stände, die wir einfach nicht gefunden haben.

Als Veganerin hat mich ein wenig das Essensangebot im Zielbereich und allgemein an den Ständen gestört, denn wirklich was “essbares” habe ich nicht bekommen.
Für Fastfood- Junkies und Fleischesser gab es ein extrem großes Angebot und viele Stände mit verschiedenen Leckereien.
Ich selbst habe nur einen Stand gefunden an dem es eine Gemüsepfanne gab. Ansonsten trockene Brezeln oder Pommes- was kulinarisch nach 42km und immerhin 3800 verbrannten Kalorien nicht unbedingt mein Favorit war.
Aber da ich für den Notfall immer was in der Tasche habe und jetzt ja auch diesen Bericht schreibe, bin ich nicht verhungert und am Abend haben wir drei Mädels dann richtig geschlemmt und es uns gut gehen lassen!

Es war ein toller Tag mit tollen Fans an der Strecke und Daumen-Drückern am Handy, ein schöner Lauf- auch wenn ich die “angepriesenen” Sehenswürdigkeiten von Leipzig nicht wirklich wahrgenommen habe und ein tolles Erlebnis!

@Alex:
Kannst das Fähnchen in Leipzig stecken, das hat das WRT nun “eingenommen” 🙂

Grüße
Tanja

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Ein Gedanke zu „Leipzig Marathon 2017

  1. Na da haste dich ja gut durchgekämpft und anhand dieser Darstellung kann man den Lauf gut nachempfinden. 🙂 Hauptsache es hat dir Spaß gemacht, du weißt ja, danach denkt man eh nicht mehr an irgendwelche Probleme, nur noch daran, dass man es geschafft hat. Der Erfolg bleibt eben immer!

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