Baden Marathon 2019

Nat├╝rlich mussten wir auch in diesem Jahr beim Baden Marathon dabei sein. Somit holten wir uns die 2. Medaille der Serie aus Karlsruhe ab. Auch wenn wir es uns anders vorgestellt hatten: Es war ein harter Wettkampf!

Die Anreise war gem├╝tlich, denn nach knapp einer Stunde waren wir bereits angekommen und konnten unsere Startnummern stressfrei abholen. Wir hatten noch knapp 90 Minuten Zeit bis zum Start, sodass wir da ausreichend bummeln konnten. Sp├Ąter wurde es dann doch etwas eng, denn die Klamotten mussten diesmal an einer anderen Stelle abgegeben werden. Und als wir das machen wollten sagte man, dass f├╝r den Marathon die Taschen woanders hin m├╝ssten. Puh, nachdem das erledigt war, standen wir auch schon in der Startaufstellung. Es konnte also losgehen. Auf’s Warmmachen hatten wir mal wieder verzichtet, denn wir wollten es auch nicht ├╝bertrieben schnell angehen lassen.

Nach ├ťberschreiten der Startlinie konnte der Spa├č also beginnen…

Alex hatte mal wieder den minimalistischen Polar-Plan genutzt, um sich auf diesen Lauf vorzubereiten. Der Plan hatte bei ihr schon einmal funktioniert, auch wenn man sich danach nicht so gut f├╝hlt wie mit einem etwas anstrengenderen Plan. Ich dagegen hab es in diesem Jahr lauftechnisch v├Âllig ruhig angehen lassen. W├Ąhrend ich es in den ersten f├╝nf Monaten noch auf etwa 200 Kilometer brachte, wurden es danach nur noch 100 Kilometer pro Monat und im September sogar nur 56 Kilometer inklusive dem Brockenlauf. Daf├╝r bin ich in den vergangenen drei Monaten ├╝ber 1500 Kilometer Fahrrad gefahren, was zwar nicht viel ist, aber eben der Grund f├╝r meine geringen Laufkilometer. Das alles sollte sich nat├╝rlich auch entsprechend auf diesen Marathon auswirken. ­čÖé

Schon nach drei Kilometern (ja, ich meine wirklich drei!) hatte ich so ein seltsames Gef├╝hl, welches ich sonst noch nie hatte. Ich f├╝hlte mich nicht so, als w├╝rde ich grad einen Marathon laufen. Mit den Gedanken daran, dass es noch 39 Kilometer bis zum Ziel waren, konnte ich gar nix anfangen. Aber auch Alex war nicht so ganz gut aufgestellt. Wir bildeten uns ein, dass wir das schon irgendwie machen w├╝rden. Newbies sind wir ja nicht mehr und genau deshalb wussten wir auch, was uns noch erwarten w├╝rde. Wie f├╝hlt es sich wohl nach 10 Kilometern an? Als wir die 10er Marke erreichten, lagen wir noch mit der gew├╝nschten Pace dabei, hofften aber, dass die Halbmarathondistanz bald erreicht sein w├╝rde. Aber wer aufgepasst hat wei├č… wir hatten erst 10 Kilometer…

Kurz bevor wir die H├Ąlfte des Laufes hinter uns hatten, h├Ątten wir ja noch zur Europahalle abbiegen k├Ânnen. Das wiederum kam f├╝r uns nat├╝rlich nicht in Frage, denn schlie├člich sind wir f├╝r den Marathon gestartet. Und so begann der zweite Teil des Laufes.

Dennoch, wir hatten unseren Spa├č und so nach 25 Kilometern gab’s von Alex manchmal Kraftausdr├╝cke, die auf einen wundervollen und angenehmen Lauf hindeuteten. Die Temperatur stieg etwas und wir wurden einen Tick langsamer. Ich wollte die Pace zwar halten, damit wir die 4:30 Std. noch knacken k├Ânnen, aber als ich das ├Ąu├čerte, h├Ârte ich wieder wie sch├Ân der Lauf ja sei und wir den ja auch genie├čen k├Ânnten.

Mein K├Ârper war schon ziemlich schwach, zumindest f├╝hlte er sich nicht mehr fit an. Dieses Gef├╝hl kannte ich von meinen vorherigen Marathon nicht, schon gar nicht nach 21 Kilometern. Jeder Marathoni wei├č, dass der Lauf ja erst jenseits der 30 Kilometer beginnt. Aber… das ganze Abenteuer fing ja schon komisch an.

Der Zustand der K├Ârper wurde mit der Zeit nicht besser, das k├Ânnt ihr euch wohl vorstellen. Nach erreichen des 32. Kilometers sind meine Motivationsversuche wieder gescheitert. Ich dachte, jetzt sind es nur noch 10 Kilometer, da k├Ânnen wir es nochmal brennen lassen… da waren sie wieder, die Kraftausdr├╝cke von Alex. ­čÖé

Nichts geht mehr: Nach erreichen des 40. Kilometers lie├čen wir noch kurz den Lauf Revue passieren. Insgesamt war’s dann doch sch├Ân. Ich spulte die Zeit zur├╝ck auf den 3. Kilometer, den 10. und auch dahin, als wir die HM-Distanz erreichten und meinte: “Wei├čt du noch…wer h├Ątte gedacht, dass wir trotz allem Schmerz jetzt doch die 40 Kilometer erreicht haben!”

Wenige Augenblicke trennten uns von der Ziellinie. Wir erlebten bis dahin einen etwas anderen Karlsruhe Marathon als letztes Jahr. Wir waren uns einig, dass das n├Ąchstes Jahr auf jeden Fall anders laufen m├╝sse.

Als wir im Stadion dem ersehnten Ende n├Ąher kamen, war erstmal der Wahnsinn davor vergessen und Alex brach nach der Linie direkt in Freuden- bzw. Erleichterungstr├Ąnen aus. Es war wohl von uns einer der h├Ąrtesten Wettk├Ąmpfe, aber danach dieses Gef├╝hl ist eben doch unbezahlbar!

So bleibt dieser 50. Geburtstag von Alex ganz sicher unvergessen! Da hatte sie sich selbst ein ganz tolles Geschenk gemacht. ­čÖé

Am Ende verweilten wir noch etwas auf der Wiese, bevor es dann ganz langsam zu den Duschen ging. Auf dem R├╝ckweg zum Auto fiel uns dann noch ein, was wir auf dem Hinweg schon sahen… die Treppen! Also ganz so leicht sind wir da nicht mehr runter und zum Gl├╝ck stand das Auto fast direkt daneben.

Sportliche Gr├╝├če
Alex

2 Gedanken zu „Baden Marathon 2019

  1. Hey Alex, dass hast aber wieder super auf den Punkt gebracht!!! Es war wirklich ein Kampf, der sich aber wie immer gelohnt hat!!! Es war mir mal wieder ein riesiges Vergn├╝gen, dich an meinen Emotionen teilhaben zu lassen ­čśë … und eins ist sicher, neues Jahr neues Gl├╝ck und ich freu mich jetzt schon riesig auf gemeinsame 42,1km voller Spa├č und Emotionen.

    Danke f├╝r den “on point” Bericht… du schaffst es mit deinen Berichten das erlebte immer wieder aufrechtzuerhalten, danke daf├╝r!!!

    Liebe Gr├╝├če
    Alex

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert