Int. Schwarzwald-Marathon Bräunlingen 2015

Alex beim HM in BräunlingenLange habe ich überlegt, ob ich diesen Halbmarathon tatsächlich laufen sollte. Einige Tage zuvor erwischte mich eine kleinere Erkältung mit etwas Halsschmerzen, daher wollte ich an diesem Wochenende eigentlich lieber gar nichts machen. Allerdings verbesserte sich der Zustand etwas, sodass ich mich doch auf den Weg zu den 21,1 km machen musste.

Eigentlich ist mein Körper aktuell auf 10 km-Wettkampf eingestellt und die letzten längsten Läufe endeten bei maximal 13 km. Kurze Intervalle und schnellere Geschwindigkeiten stehen hauptsächlich auf dem Programm. Der letzte Wettkampf, der Brockenlauf, ist jedoch auch erst fünf Wochen her, da sollte so ein Halbmarathon noch locker drin sein.

Ich hatte vor, meinen HM-Rekord zu brechen und studierte das Höhenprofil der Strecke. Etwa 150 Höhenmeterdifferenz waren zu überwinden, was sich zuerst mal gar nicht so schlimm anhört. Es kommt eben immer auf die Geschwindigkeit an, mit der man so etwas erleben möchte. 🙂

Aufgrund des leicht angeschlagenen körperlichen Zustands wollte ich mich allerdings zumindest am Anfang etwas schonen und entschied mich von ganz hinten zu starten. Als dann gestartet wurde, brauchte ich fast zwei Minuten um über die Startlinie zu kommen. 602 gewertete Läuferinnen und Läufer standen vor mir und wenigstens einige davon wollte ich überholen. Wenn das so einfach gewesen wäre…

Der Start von ganz hinten...Auf den ersten Kilometern war das Feld sehr eng und ich behaupte mal, dass es mich viel Kraft kostete mich weiter nach vorn hindurchzuschlängeln. Aber ich gebe auch zu, dass es schon etwas Spaß gemacht hatte – und darum laufen wir ja auch, oder? Der erste Kilometer war sogar nicht der langsamste mit einer Pace von 5:12 min/km, sondern der sechste mit 5:18 min/km. “Schuld” war hier ein etwas länger anhaltender Anstieg, der mich mit meinen am frühen Morgen gemessenen 92,4 kg etwas bremste.

Auf der Strecke fühlte ich mich sehr wohl, die Erkältung spürte ich überhaupt nicht. Nur der Puls war höher als sonst. Noch vor dem Start pulsierte die Engine schon mit über 100 Schlägen. Das war recht untypisch und aufgeregt war ich auch nicht.

Schonmal vorweg: Zu 99% hämmerte ich in meinem roten Bereich über die Strecke, das nenne ich Effizienz. 🙂

Den schnellsten Kilometer erreichte ich bergab durch das kleine Örtchen Unterbränd. Hier erreichte ich eine Pace von 3:08 min/km und auch nur auf diesem Teilstück meinen höchsten Puls. Und genau nach diesem 13. bzw. 14. Kilometer musste ich langsamer machen, denn mit einem erreichten Durchschnittspuls auf diesen zwei Kilometern von 168 würde ich das nicht bis zum Ende durchhalten. Also drosselte ich etwas herunter und pendelte mich in der Gegend 165 ein. Das passte dann, war aber absolut am Limit!

Die Kilometer vergingen wie im Flug – bis zum 17. Kilometer. Hier merkte ich plötzlich, dass ich die Geschwindigkeit herabsetzen musste. Die Kraft schwand merklich, wunderte mich aber nicht, denn mein Kalorienverbrauch lag das ganze Rennen über bei knapp 1400 kcal/h! Und ich fühlte mich irgendwie sehr leer…

Dennoch versuchte ich das Maximum an Leistung aus dem müden Körper zu pressen. Es war allerdings nichts mehr möglich, das einzige was ich erreichte: mein Puls stieg weiter! Ok, dachte ich, auf den letzten 3 km ist das nicht so schlimm.

Das Ziel in SichtEs fühlte sich kurz vor dem Ziel so an – kennt ihr das? Eine rote Rundumleuchte und ein ekelhafter Signalton dröhnt im Kopf, so ein Alarmton… genau den hatte ich! Komischerweise sah ich diesmal nicht so aus wie ich mich fühlte. Als ich dann über die Ziellinie rannte, stand ich plötzlich. Ein ganz komisches Gefühl, die Maschine muss doch erst noch abkühlen… also schnell etwas Wasser gegriffen und weg vom Getümmel irgendwo an den Rand.

Mit meinem Ergebnis bin ich absolut zufrieden, denn ich brach mit 1:41:59 Std. tatsächlich um 4:29 Min. meinen bisherigen HM-Rekord. Yippieeee!

Die Versorgung im ZielDer Lauf selbst war super organisiert, die Verpflegungsstellen waren ausreichend vorhanden und hatten reichlich zu bieten. Die Stadthalle war gut gefüllt und auch hier gab es wirklich viel zu Essen und Trinken sowie eine kleine Messe.
Im Start-/Zielbereich war richtig Party und auch hier konnte sich jeder gut versorgen. Ich selbst habe bis auf ein paar Bananen leider gar nichts gegessen von den ganzen leckeren Speisen, das muss ich dann nächstes Jahr auf jeden Fall nachholen.

Medal of HonorMir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und kann diesen Lauf echt empfehlen! Vielen Dank an die Organisatoren und vielen Helfern des Int. Schwarzwald-Marathon 2015!
Allen Läuferinnen und Läufer, die Heute auf den verschiedenen Strecken unterwegs waren wünsche ich eine gute Erholung und GLÜCKWUNSCH, ihr habt es auch geschafft – zumindest hoffe ich das!

Ich werde mir nachher auf meinen Rekord noch einen feinen Whiskey gönnen, denn ein erfolgreicher Wettkampftag endet immer schön gemütlich!

Sportliche Grüße
Alex

 

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